nur ein Schulfach.“
Indikator: Anteil der Erstabsolventinnen eines MINT-Studiengangs an allen Erstabsolventen eines MINT-Studiengangs; Quelle: IW Köln auf Basis von Statistisches Bundesamt, 2006, 2007a, 2008, 2009a, 2011
Im Jahr 2008 erwarben rund 27.400 Frauen in Deutschland einen Hochschulabschluss in einem MINT-Fach. Damit ist die Anzahl der Absolventinnen im MINT-Segment seit dem Jahr 2000 fast stetig gewachsen. Im Vergleich zu den rund 15.300 MINT-Absolventinnen des Jahres 2000 betrug die Zunahme insgesamt fast 80 Prozent. Auch relativ gesehen, hat sich der Anteil der weiblichen MINT-Erstabsolventen an allen MINT-Erstabsolventen seit dem Jahr 2000 kontinuierlich gesteigert, wie die obere Grafik zeigt. Zwischen 2000 und 2008 wuchs der Frauenanteil an den MINT-Erstabsolventen um mehr als 5 Prozentpunkte. Im Jahr 2008 war etwa jeder dritte Erstabsolvent eines MINT-Studiengangs weiblich. Insbesondere unter den Absolventen des Bereichs Mathematik/Informatik/Naturwissenschaften (MIN) ist ein sehr deutlicher Anstieg der Frauenquote auf knapp 41 Prozent zu erkennen. Demgegenüber ist das Anwachsen des Anteils weiblicher Hochschulabsolventen eines ingenieurwissenschaftlichen Studiengangs (T) weniger stark ausgeprägt.
Ziel ist es, bis zum Jahr 2015 den Frauenanteil an den MINT-Erstabsolventen bis auf 40 Prozent zu steigern. Das Potenzial von Frauen ist besonders in den technischen Fächern bislang in großem Umfang unerschlossen und kann dazu beitragen, die MINT-Absolventenzahlen insgesamt zu steigern. Im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich ist dieses Ziel bereits heute erreicht.
Im Hinblick auf den MINT-Studienabsolventenanteil waren im Jahr 2008 die Bundesländer Sachsen und Baden-Württemberg führend (vgl. Abschnitt MINT-Studienabsolventenanteil), die jedoch bezüglich des Frauenanteils an den MINT-Erstabsolventen nicht die vorderen Plätze belegen. Der Anteil weiblicher Absolventen von MINT-Studiengängen war im Jahr 2008 in Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern am höchsten. Kein einziges Bundesland erreichte jedoch den als Zielwert vorgegebenen Frauenanteil von 40 Prozent im Bereich der MINT-Studiengänge. Im Vergleich zum Jahr 2005 verzeichnete die Hälfte der Bundesländer einen Rückgang des Frauenanteils, in der anderen Hälfte stieg der Anteil weiblicher Absolventen von MINT-Studiengängen jedoch an. Die deutlichste Zunahme verzeichnete Schleswig-Holstein, wo der Frauenanteil an den MINT-Erstabsolventen in vier Jahren um mehr als 4 Prozentpunkte wuchs. Die Diskrepanzen der Frauenanteile an den MINT-Erstabsolventen zwischen den Bundesländern können zum Teil auch darauf zurückzuführen sein, dass innerhalb der Länder Heterogenität bezüglich der MIN- beziehungsweise T-Anteile besteht. So weist beispielsweise Berlin, welches einen überdurchschnittlichen Frauenanteil an den MINT-Erstabsolventen verzeichnet, einen unterdurchschnittlichen MIN-Frauenanteil, aber einen weit überdurchschnittlichen T-Frauenanteil auf.
Indikator: Anteil der weiblichen Hochschulabsolventen in einem MINT-Studiengang an allen Erstabsolventen in einem MINT-Studiengang in den Jahren 2005 und 2008 nach Bundesländern; Quelle: IW auf Basis Statistisches Bundesamt (2006-2008, 2009a)
Im internationalen Vergleich des Jahres 2007 lag Deutschland nach von den Daten des Statistischen Bundesamtes abweichenden OECD-Daten mit einem Frauenanteil von knapp 34 Prozent aller MINT-Studienabsolventen im vorderen Mittelfeld. Das einzige Land, das in diesem Vergleich die Zielvorgabe der Initiative "MINT Zukunft schaffen" bezüglich des Frauenanteils in Höhe von 40 Prozent aller MINT-Absolventen erfüllt, ist Griechenland. Demzufolge ist ein höherer Frauenanteil an den MINT-Erstabsolventen aus deutscher Sicht eine Herausforderung, die jedoch prinzipiell zu bestehen ist.
Indikator: Frauenanteil an den MINT-Absolventen im internationalen Vergleich im Jahr 2008 in Prozent, alle Absolventen (inkl. Erstabsolventen); Anmerkung: Die OECD-Daten weichen von den Daten des Statistischen Bundesamtes wegen unterschiedlicher Abgrenzung der MINT-Fächer und fehlender Beschränkung auf Erstabsolventen leicht ab. Quelle: IW Köln auf Basis von OECD, 2011a
Bislang ist der Anteil der MINT-Erstabsolventinnen in Deutschland vergleichsweise gering und lag im Jahr 2008 mit knapp 32 Prozent mehr als 8 Prozentpunkte unter dem Zielwert der Initiative "MINT Zukunft schaffen" in Höhe von 40 Prozent. Grundsätzlich ist jedoch eine positive Tendenz zu erkennen. Der internationale Vergleich zeigt, dass die Zielvorgabe ambitioniert, aber realistisch ist. Um eine größere Zahl von Frauen für ein MINT-Studium zu interessieren, sind bereits im schulischen Umfeld Maßnahmen wie etwa der Girl’s Day vonnöten, die speziell auf die Zielgruppe der Mädchen ausgerichtet sind und sie zielgruppengerecht an technisch-naturwissenschaftliche Themen heranführen.
Die SAMSON AG aus Frankfurt am Main ist MINT-Botschafter-Unternehmen des Monats September. Das Unternehmen für Mess- und Regeltechnik erhält als drittes Unternehmen eine Auszeichnung für seine besonderen Aktivitäten in den MINT-Bereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Herzlichen Glückwunsch! Weiterlesen...