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MINT-Frauenanteil

Indikator: Anteil der Erstabsolventinnen eines MINT-Studiengangs an allen Erstabsolventen eines MINT-Studiengangs; Quelle: IW Köln auf Basis von Statistisches Bundesamt

Die Entwicklung in Deutschland seit dem Jahr 2000

Die Zahl der MINT-Absolventinnen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. So schlossen im Jahr 2005 rund 19.900 Frauen ein MINT-Studium ab, im Jahr 2011 waren es bereits 32.300. Dennoch ist der Anteil weiblicher MINT-Absolventen an allen MINT-Absolventen noch vergleichsweise gering.

Im Jahr 2011 betrug er 30,7 Prozent und ist damit gegenüber dem Vorjahr sogar leicht gesunken und gegenüber dem Jahr 2005 in etwa konstant geblieben. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass die Gesamtzahl an MINT-Erstabsolventen in den letzten Jahren genauso stark gestiegen ist wie die Anzahl der MINT-Erstabsolventinnen.

In den MIN-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften) liegt der Frauenanteil bei den Erstabsolventen mit 40,0 Prozent im Jahr 2011 fast doppelt so hoch wie in den T-Fächern (Ingenieurwissenschaften), welche einen Anteil von 22,4 Prozent aufweisen. Während der Frauenanteil in den MIN-Fächern gegenüber dem Jahr 2010 um rund einen Prozentpunkt gesunken ist, ist er in den T-Fächern sogar leicht gestiegen. Im Gesamtzeitraum 2005 bis 2011 ist in den MIN-Fächern ein Anstieg des Frauenanteils von 39,6 auf 40,0 Prozent zu verzeichnen, während der Anteil in den T-Fächern konstant geblieben ist.

Genauere Auskunft darüber, welche Bedeutung ein MINT-Studium für Frauen hat, gibt der Anteil von MINT-Erstabsolventinnen an allen Erstabsolventinnen. Im Jahr 2011 beendeten bundesweit 157.600 Frauen mit einem ersten Abschluss ein Hochschulstudium. Rund 32.300 von ihnen schlossen einen MINT-Studiengang ab. Damit betrug die MINT-Quote unter den Erstabsolventinnen 20,5 Prozent. Zwischen den Jahren 2005 und 2011 nahm die Quote insgesamt um 1,7 Prozentpunkte zu.

Ein Blick auf die Bundesländer

Rheinland-Pfalz erreichte den als Zielwert vorgegebenen Frauenanteil von 40 Prozent im Bereich der MINT-Studiengänge. Im Vergleich zum Jahr 2005 verzeichnete die Hälfte der Bundesländer einen Rückgang des Frauenanteils, in der anderen Hälfte stieg der Anteil weiblicher Absolventen von MINT-Studiengängen jedoch an. Die deutlichste Zunahme verzeichnete Schleswig-Holstein, wo der Frauenanteil an den MINT-Erstabsolventen in vier Jahren um mehr als 4 Prozentpunkte wuchs. Die Diskrepanzen der Frauenanteile an den MINT-Erstabsolventen zwischen den Bundesländern können zum Teil auch darauf zurückzuführen sein, dass innerhalb der Länder Heterogenität bezüglich der MIN- beziehungsweise T-Anteile besteht. So weist beispielsweise Berlin, welches einen überdurchschnittlichen Frauenanteil an den MINT-Erstabsolventen verzeichnet, einen unterdurchschnittlichen MIN-Frauenanteil, aber einen weit überdurchschnittlichen T-Frauenanteil auf.


Indikator: Anteil der weiblichen Hochschulabsolventen in einem MINT-Studiengang an allen Erstabsolventen in einem MINT-Studiengang in den Jahren 2005 und 2011 nach Bundesländern; Quelle: IW auf Basis Statistisches Bundesamt

Internationale Einordnung

Ein so hoher Frauenanteil gelang im Jahr 2009 keinem der OECD-Länder, für das Daten vorlagen. Neuseeland kam mit einem Anteil von 39,5 Prozent diesem Zielwert allerdings sehr nahe. Deutschland liegt im internationalen Vergleich im Mittelfeld und schneidet bei den von den Daten des Statistischen Bundesamts leicht abweichenden OECD-Daten zum Beispiel deutlich vor Ländern wie Schweden, Finnland oder den Niederlanden ab. Der internationale Vergleich zeigt, dass das deutsche Ziel von einem MINT-Frauenanteil von 40 Prozent sehr ambitioniert ist.


Indikator: Frauenanteil an den MINT-Absolventen im internationalen Vergleich im Jahr 2008 in Prozent, alle Absolventen (inkl. Erstabsolventen); Anmerkung: Die OECD-Daten weichen von den Daten des Statistischen Bundesamtes wegen unterschiedlicher Abgrenzung der MINT-Fächer und fehlender Beschränkung auf Erstabsolventen leicht ab. Quelle: IW Köln auf Basis von OECD, 2012a

Fazit

Bislang ist der Anteil der MINT-Erstabsolventinnen in Deutschland vergleichsweise gering und lag im Jahr 2009 mit knapp 32 Prozent mehr als 8 Prozentpunkte unter dem Zielwert der Initiative "MINT Zukunft schaffen" in Höhe von 40 Prozent. Grundsätzlich ist jedoch eine positive Tendenz zu erkennen. Der internationale Vergleich zeigt, dass die Zielvorgabe ambitioniert, aber realistisch ist. Um eine größere Zahl von Frauen für ein MINT-Studium zu interessieren, sind bereits im schulischen Umfeld Maßnahmen wie etwa der Girl’s Day vonnöten, die speziell auf die Zielgruppe der Mädchen ausgerichtet sind und sie zielgruppengerecht an technisch-naturwissenschaftliche Themen heranführen.

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