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MINT-Quote unter Frauen

Indikator: Anteil der Hochschulabsolventinnen in einem MINT-Studiengang an allen Hochschulabsolventinnen in Deutschland in Prozent aller Erstabsolventinnen, nur Erstabsolventinnen; Quelle: IW Köln auf Basis von Statistisches Bundesamt, 2006, 2007a, 2008, 2009a, 2011

Die Entwicklung in Deutschland seit dem Jahr 2000

Die MINT-Quote unter Frauen sagt aus, welcher Anteil der gesamten Erstabsolventinnen einen MINT-Studiengang abgeschlossen hat. Insgesamt beendeten im Jahr 2008 knapp 136.000 Frauen das erste Hochschulstudium mit einem Abschluss. Rund 27.000 davon schlossen in einem MINT-Fach ab. Die MINT-Quote unter den Absolventinnen lag somit bei rund 20 Prozent, wie die obere Grafik zeigt. Rund ein Fünftel der Absolventinnen des Jahres hatten demnach einen Abschluss in einem MINT-Fach erworben.

Im Vergleich von 2000 und 2008 ist die Zahl der MINT-Hochschulabsolventinnen (15.000 versus 27.000) stärker gestiegen als die Zahl der Hochschulabsolventinnen insgesamt (81.000 versus 136.000). Aus diesem Grund ist die MINT-Quote unter Frauen zwar leicht gestiegen, aber noch deutlich vom Zielwert in Höhe von 32 Prozent entfernt. Bei genauerer Betrachtung wird zudem deutlich, dass die insgesamt leicht positive Entwicklung lediglich dem Zuwachs im mathematisch-naturwissenschaftlichen Segment zuzuschreiben ist. Um den zukünftigen Fehlbedarf an Ingenieuren zu decken, bedarf es einer sichtlichen Steigerung des Anteils der Frauen mit einem Hochschulabschluss in einem Ingenieurstudiengang.

Ein Blick auf die Bundesländer

Der Blick auf die MINT-Quote unter Frauen in den 16 Bundesländern offenbart nur vergleichsweise geringe Abweichungen der Länderwerte vom bundesweiten Durchschnitt. Kein Bundesland erreicht den Zielwert von 32 Prozent. Auffällig ist lediglich, dass Frauen im Jahr 2008 vermehrt Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein für ein MINT-Studium wählten. Die Entwicklung über die Zeit zeigte zwischen 2005 und 2008 in elf Bundesländern eine positive Tendenz. Die stärkste Zunahme trat mit 3,3 Prozentpunkten in  Niedersachsen auf.


Indikator: Anteil der Hochschulabsolventinnen in einem MINT-Studiengang an allen Hochschulabsolventinnen (nur Erstabsolventinnen) in den Jahren 2005 und 2008 nach Bundesländern; Quelle: IW auf Basis Statistisches Bundesamt (2006-2008, 2009a)

Internationale Einordnung

Die Initiative "MINT Zukunft schaffen" strebt einen MINT-Absolventenanteil in Höhe von 40 Prozent (vgl. Abschnitt Studienabsolventenanteil) und einen MINT-Frauenanteil von 40 Prozent an (vgl. Abschnitt MINT-Frauenanteil). Bei einer identischen Anzahl männlicher und weiblicher Hochschulabsolventen führen diese Zielvorgaben zu einer MINT-Quote unter Frauen in Höhe von 32 Prozent. Wie Tabelle 20 verdeutlicht, wird dieser Zielwert bislang in keinem OECD-Staat erreicht. Im internationalen Vergleich positioniert sich Deutschland bei den vom Statistischen Bundesamt leicht abweichend berechneten OECD-Daten mit der im Jahr 2007 erreichten MINT-Quote unter Frauen von rund 17 Prozent im Spitzenfeld. Übertroffen wird dieser Wert vor allem von Korea, wo rund jede fünfte Absolventin eines Studiums den Abschluss in einem technischen oder naturwissenschaftlichen Fach erworben hat. Insgesamt ist die Streuung der MINT-Quote unter Frauen im internationalen Vergleich relativ hoch. Zwischen dem betrachteten OECD-Staat mit der niedrigsten Quote – den Niederlanden – und dem mit der höchsten – Korea – liegen mehr als 17 Prozentpunkte.


Indikator: MINT-Quote unter Frauen ‚Internationaler Vergleich’ im Jahr 2008 in Prozent aller Absolventinnen inkl. Erstabsolventinnen; Anmerkung: Die OECD-Daten weichen von den Daten des Statistischen Bundesamtes wegen unterschiedlicher Abgrenzung der MINT-Fächer und fehlender Beschränkung auf Erstabsolventen leicht ab. Quelle: IW Köln auf Basis von OECD, 2011a

Fazit

Rund jede fünfte Erstabsolventin eines Hochschulstudiums in Deutschland hatte im Jahr 2008 ihren Abschluss in einem MINT-Fach erworben. Zwar ist seit einigen Jahren bundesweit ein Anstieg dieser MINT-Quote unter Frauen zu beobachten, zur Erreichung des Zielwerts in Höhe von 32 Prozent fehlen aber noch fast 12 Prozentpunkte. Auch im internationalen Vergleich zeigt sich, dass dieses Ziel ambitioniert ist. Dennoch gilt es, den Anteil der Studienanfängerinnen, die ein MINT-Studium aufnehmen, deutlich zu erhöhen. Insbesondere in den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen besteht Verbesserungsbedarf.

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