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MINT-Studienabsolventenanteil

Nur Erstabsolventen; Quelle: IW Köln auf Basis von Statistisches Bundesamt, 2006, 2007a, 2008, 2009a, 2011

Die Entwicklung in Deutschland seit dem Jahr 2000

Der MINT-Studienabsolventenanteil sagt aus, wie viele Erstabsolventen in MINT-Fächern im Vergleich zu sämtlichen Erstabsolventen die Hochschulen mit einem Abschluss verlassen haben. Er erlaubt somit eine Aussage über das relative Gewicht von MINT-Studiengängen. Im Jahr 2008 erwarben knapp 85.900 Studierende in Deutschland einen Erstabschluss in einem MINT-Fach. Fünf Jahre zuvor waren es nur knapp 55.900, was einem Zuwachs von etwa 54 Prozent entspricht. Jedoch ist im gleichen Zeitraum auch die Anzahl an Erstabsolventen insgesamt gewachsen. Eine Aussage über die relative Entwicklung der Absolventenzahlen in MINT-Fächern lässt sich anhand der in der oberen Grafik dargestellten Anteile treffen.

Im Zeitraum zwischen 2000 und 2007 erreichte der Anteil der MINT-Erstabsolventen an allen Erstabsolventen von Hochschulen in Deutschland den höchsten Wert mit 32,6 Prozent bereits im Jahr 2000. Dieser wird jedoch durch den MINT-Studienabsolventenanteil des Jahres 2008 übertroffen, der etwa ein Drittel aller Erstabsolventen beträgt. Im Vergleich zum Jahr 2005, dem Vergleichsjahr des MINT-Wasserstandsmelders, hat der Anteil der Absolventen eines MINT-Studiengangs gegenüber allen Absolventen stetig zugenommen. Zur mittelfristigen Schließung der MINT-Fachkräftelücke wird jedoch ein weiterer Anstieg der MINT-Studienabsolventenquote von 7 Prozentpunkten benötigt.

Werden die beiden MINT-Gruppen der Mathematiker, Informatiker und Naturwissenschaftler auf der einen sowie der Ingenieure auf der anderen Seite getrennt voneinander betrachtet, so fällt auf, dass der Anteil der MIN-Absolventen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften) beständig auf 16,6 Prozent gestiegen ist und damit bereits einen guten Beitrag zur Verringerung der MINT-Lücke leistet. Zunächst bedenklich war hingegen die rückläufige Entwicklung des Absolventenanteils in Bezug auf die Ingenieure. Im Jahr 2008 stieg jedoch auch dieser Anteil wieder auf 16,3 Prozent an und liegt somit fast gleichauf mit dem MIN-Studienabsolventenanteil.

Ein Blick auf die Bundesländer

Der Vergleich des MINT-Studienabsolventenanteils nach Bundesländern ist weiterhin sehr aufschlussreich. So zeigt die untere Grafik, dass Sachsen mit einem MINT-Anteil von fast 40 Prozent im Jahr 2008 nicht nur der innerdeutsche Spitzenreiter ist, sondern auch den Zielwert für den MINT-Studienabsolventenanteil so gut wie erreicht hat. Auch Thüringen und Baden-Württemberg liegen mit jeweils mehr als 37 Prozent nahe an der Zielerreichung. Die Mehrzahl der deutschen Bundesländer weist außerdem im Vergleich zum Jahr 2005 eine positive Entwicklung des MINT-Studienabsolventenanteils auf.


Indikator: Anteil der MINT-Absolventen an allen Hochschulabsolventen in den Jahren 2005 und 2008 nach Bundesländern und Fächergruppe; Quelle: IW auf Basis Statistisches Bundesamt (2006-2008, 2009a)

Internationale Einordnung

Die Initiative "MINT Zukunft schaffen" fordert, den Anteil der MINT-Absolventen an allen Hochschulabsolventen auf 40 Prozent zu erhöhen. Dieses Ziel ist auch mit Blick auf die anderen OECD-Länder anspruchsvoll, wie die untere Grafik zeigt. Zum einen erreicht keines der dort aufgeführten Industrie- oder Schwellenländer bislang einen derart hohen Anteil, zum anderen liegt Deutschland bereits heute in Bezug auf die MINT-Studienabsolventenquote auf einem Platz im vorderen Mittelfeld. Das Ziel, den Anteil der MINT-Absolventen an allen Hochschulabsolventen auf 40 Prozent zu steigern ist dennoch für Deutschland sinnvoll. Denn bei der internationalen Einordnung des Ziels ist zu berücksichtigen, dass in Deutschland viele erzieherische und gesundheitsbezogene Ausbildungswege nicht an Hochschulen angesiedelt sind, so dass der Nenner der Quote geringer ist. Um eine vergleichbare Anzahl an MINT-Hochschulabsolventen wie in anderen Ländern zu erhalten, muss demnach ein deutlich höherer MINT-Anteil an allen Hochschulabsolventen erreicht werden, um den Bedarf an MINT-Fachkräften befriedigen zu können.


Indikator: MINT-Absolventenanteil ‚Internationaler Vergleich’ in 2008 in Prozent aller Absolventen, alle Absolventen (inkl. Erstabsolventen); Quelle: OECD, 2010a. Anmerkung: Die OECD-Daten weichen von den Daten des Statistischen Bundesamtes wegen unterschiedlicher Abgrenzung der MINT-Fächer und fehlender Beschränkung auf Erstabsolventen leicht ab.

Fazit

Der MINT-Studienabsolventenanteil hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Im Jahr 2008 erwarb ein Drittel aller Erstabsolventen an deutschen Hochschulen einen Abschluss in einem MINT-Studienfach. Auch im internationalen Vergleich steht Deutschland gut da. Dennoch ist es zur mittelfristigen Schließung der MINT-Lücke notwendig, den MINT-Studienabsolventenanteil bis auf 40 Prozent zu erhöhen. Dies könnte unter anderem über eine Verringerung der Schwundquoten sowie eine Steigerung der Studienanfängerzahlen in den MINT-Fächern erreicht werden.

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