„Informatik, das ist
meine Welt“

Die Bildungsinitiative des Stifterverbandes

MINT-Bildung im Rahmen der Bildungsinitiative des Stifterverbandes

Mit einer auf mehrere Jahre angelegten Bildungsinitiative will der Stifterverband der Debatte um eine bessere Bildung in Deutschland mehr Richtung und Substanz geben. Dazu hat er erstmals zentrale Handlungsfelder identifiziert und quantitative Bildungsziele für den Hochschulbereich im Jahr 2020 formuliert.

 

In den kommenden Jahren wird der Stifterverband in einem jährlichen Monitoring überprüfen, ob sich der Hochschulbildungssektor diesen Zielen annähert, und Handlungsempfehlungen dazu abgeben. Er wird eigene Förderprogramme auflegen, die zum Erreichen der Ziele beitragen sollen.

Hintergrund für die Bildungsinitiative des Stifterverbandes ist die demografische Entwicklung: Die Anzahl der deutschen Studienanfänger sinkt bis 2020 von knapp 400.000 auf 320.000, ein Rückgang um rund 20 Prozent. Gleichzeitig erhöht sich die Nachfrage nach gut ausgebildeten Akademikern, da geburtenstarke Jahrgänge aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Um den Arbeitskräftebedarf der Unternehmen langfristig decken zu können, müssen Hochschulen neue Studierendengruppen erschließen und dauerhaft hohe Ausbildungsleistungen erbringen.

Um diese übergeordneten Ziele zu erreichen, wird der Stifterverband mit seiner Bildungsinitiative unter dem Slogan "Zukunft machen" in den nächsten Jahren auf sechs Handlungsfeldern aktiv werden:

Chancengerechte BildungChancengerechte Bildung
Bildungschancen von Herkunft und Hintergrund entkoppeln

Beruflich-akademische BildungBeruflich-akademische Bildung
Berufliche und akademische Bildung durchlässig gestalten

Quartäre BildungQuartäre Bildung
Akademischer Weiterbildung den Weg ebnen

Internationale BildungInternationale Bildung
Den Austausch mit der Welt befördern

Lehrer-BildungLehrer-Bildung
Qualität und Diversität in der Lehrerbildung stärken

MINT-BildungMINT-Bildung
MINT-Bedarf decken und Qualität der MINT-Bildung erhöhen

Das Handlungsfeld MINT-Bildung beleuchtet drei Aspekte der Hochschulbildung in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik: langfristige Deckung des Absolventenbedarfs, Steigerung von Diversität sowie Verbesserung des Studiums hinsichtlich Internationalität und Praxisbezug.

 

Ziele: Um bis 2020 den Bedarf an MINT-Absolventen zu decken, müssen mehr Frauen für das Studium gewonnen werden (Erhöhung des Anteils in den MIN- Fächern von 37 auf 41 Prozent; in den Technikwissenschaften von 21 auf 26 Prozent) sowie mehr Ausländer (Steigerung des Anteils auf über zwölf Prozent). Die bislang niedrigen Erfolgsquoten von 66 Prozent (MIN) und 73 Prozent (T) sollten auf 80 Prozent steigen. Der Anteil an Studierenden mit Auslandserfahrung (Erasmus) sollte sich von fünf auf zehn Prozent verdoppeln, ebenso der Anteil an internationalen Studiengängen in den MINT-Fächern.

 

Analyse: Zwischen 1995 und 2005 sank die Zahl der Absolventen im Ingenieurstudium um fast ein Viertel. Die Folge war ein Mangel an MINT-Akademikern. Seitdem ist die Anzahl der MINT-Studienanfänger deutlich gestiegen. Dies wird sich – auch wenn die Abbruchquoten in den MINT-Fächern immer noch überdurchschnittlich hoch sind – in den kommenden Jahren durch höhere Absolventenzahlen auf dem Arbeitsmarkt positiv bemerkbar machen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels bleibt es langfristig die Aufgabe – also bis
2020 und darüber hinaus –, eine hohe Zahl an MINT-Studierenden zum Studienerfolg zu führen. Schwächen weist das MINT-Studium in den Bereichen Internationalität, Diversität und Praxisbezug auf.

Empfehlungen: Die Studieneingangsphase in den MINT-Fächern sollte durch Einführung eines Orientierungs- und Brückensemesters gestärkt werden. Ein Studienerfolgsmonitoring verbunden mit finanziellen Leistungsanreizen könnte den Studienerfolg zusätzlich erhöhen. Unternehmen können durch Stipendien für Auslandsaufenthalte und mehr Auslandspraktika die Internationalität des Studiums fördern. In den technischen Fächern sollten mehr duale und für Frauen attraktivere Studiengänge eingeführt werden, zum Beispiel an den Schnittstellenbereichen der Disziplinen.

Im Programm MINTernational werden Strategien und Maßnahmen gesucht für die Internationalisierung der MINT-Disziplinen in den Bereichen Internationalisierung der heimischen Studierenden und des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie Gewinnung ausländischer Studierender und Wissenschaftler. Bewerbungsschluss ist der 15. Oktober 2013.
MINTernational ist eine Programminitiative von Daimler und Benz Stiftung, Daimler-Fonds und Stifterverband zur Verbesserung der Internationalität in den MINT-Fächern.

 

Im Programm Qualitätszirkel Studienerfolg will der Stifterverband gemeinsam mit ausgewählten Hochschulen Strategien und konkrete Maßnahmen entwickeln, mit denen sich bessere Studienerfolge generieren lassen. Hochschulen waren eingeladen, sich mit ihren Konzepten zur Verbesserung des Studienerfolges an dem Qualitätszirkel zu beteiligen.
Im Bewerbungsverfahren wurden sechs Hochschulen ausgewählt, die ihre Konzepte im Qualitätszirkel Studienerfolg gemeinsam vorantreiben und optimieren, Erfahrungen austauschen sowie Maßnahmen und übertragbare Modelle für mehr Studienerfolg weiterentwickeln.


Link: http://www.stifterverband.info/bildungsinitiative/index.html
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