nur ein Schulfach.“
Quelle: Statistisches Bundesamt, 2006, 2007a, 2008, 2009a, 2011
Die Studienabsolventenquote sagt aus, welcher Anteil der Bevölkerung der entsprechenden Altersgruppe insgesamt ein Hochschulstudium absolviert hat. Dabei werden zunächst Quoten für einzelne Altersjahrgänge gebildet und anschließend aufsummiert („Quotensummenverfahren“). Die Studienabsolventenquote ist demnach nicht MINT-spezifisch, sondern erlaubt lediglich Aussagen darüber, wie verbreitet Hochschulabschlüsse im Allgemeinen in der entsprechenden Altersgruppe sind. Dennoch eignet sich die Studienabsolventenquote auch, um Aussagen zum MINT-Segment zu treffen, da eine höhere Quote bei konstantem MINT-Anteil eine größere Anzahl an Absolventen von MINT-Studienfächern bewirkt.
Die Studienabsolventenquote in Deutschland ist seit dem Jahr 2000 um mehr als 9 Prozentpunkte von knapp 17 auf gut 26 Prozent stetig gestiegen, liegt aber dennoch unter dem Zielwert von 31,0 Prozent. Die verhältnismäßig stark steigende Tendenz der letzten Jahre lässt hoffen, dass dieser Abstand auch zukünftig weiter verringert werden kann.
Im innerdeutschen Vergleich der Studienabsolventenquoten erreichten im Jahr 2008 Berlin und Bremen als einzige Bundesländer eine den Zielwert von 31,0 Prozent erfüllende Quote. Mit fast 47 Prozent wurde der Zielwert besonders in Bremen sogar deutlich übertroffen. Bezüglich der übrigen Bundesländer fällt eine Zweiteilung auf: Neben Bundesländern, die in 2008 eine äußerst niedrige Studienabsolventenquote von weniger als 20 Prozent aufwiesen, wie Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und das Saarland, lagen in vielen Bundesländern überdurchschnittliche Quoten vor. Beispiele in dieser Richtung sind Hamburg, Hessen und Baden-Württemberg. Insgesamt ist ein positiver Trend bei den Studienabsolventenquoten der einzelnen Bundesländer zu vermerken. So ist der Anteil der Hochschulabsolventen an der altersspezifischen Bevölkerung in allen Bundesländern mit Ausnahme von Berlin im Jahr 2008 gegenüber dem Vergleichsjahr 2005 gestiegen.
Indikator: Anzahl aller Hochschulabsolventen an der altersspezifischen Bevölkerung (nach dem ‚Quotensummenverfahren’) für die Jahre 2005 und 2008 nach Bundesländern; Quelle: Statistisches Bundesamt (2006-2008, 2009a)
Wird im Jahr 2015 ein MINT-Studienabsolventenanteil von 40 Prozent erreicht, so müsste unter Berücksichtigung des Umfangs der 25-jährigen Bevölkerung, welche die Altersgruppe der potenziellen Absolventen darstellt, eine Studienabsolventenquote von 31,0 Prozent erreicht werden, um den jährlich entstehenden MINT-Fachkräftebedarf von etwa 111.000 Personen in den Jahren 2015 bis 2020 mittelfristig decken zu können. Da fast 80 Prozent der in der unteren Grafik angeführten OECD-Staaten eine Studienabsolventenquote oberhalb der erforderlichen 31,0 Prozent aufweist, ist ein Erreichen dieser Zielvorgabe für Deutschland durchaus realistisch. Allerdings macht der internationale Vergleich auch den großen Nachholbedarf deutlich, den Deutschland mit seiner Studienabsolventenquote von rund 26 Prozent im Jahr 2008 hat. Einschränkend bleibt beim internationalen Vergleich zu berücksichtigen, dass das in Deutschland vorhandene duale Ausbildungssystem den internationalen Vergleich verzerrt, da bundesweit viele hochkompetente Personen auch außerhalb der Hochschulen ausgebildet werden.
Indikator: Studienabsolventenquote ‚Internationaler Vergleich’; Studienabsolventenquote (Erststudium) im Jahr 2008. Quelle: OECD, 2010a, Statistisches Bundesamt, 2011. Anmerkung: Aufgrund unterschiedlicher Abgrenzungen der MINT-Fächer kommt es in Deutschland zu geringfügigen Abweichungen der hier verwendeten Daten des Statistischen Bundesamtes im Vergleich zu den OECD-Werten. Der deutsche Rangplatz im internationalen Vergleich ist jedoch in beiden Fällen identisch.
Auch wenn seit dem Jahr 2000 die Hochschulabsolventenquote in Deutschland von knapp 17 auf rund 26 Prozent gestiegen ist, bleibt der Handlungsdruck hinsichtlich dieses Indikators bestehen. Um mittelfristig die Anzahl an akademisch qualifizierten MINT-Absolventen zu erhöhen, sollte neben einer Erhöhung des MINT-Anteils an allen Absolventen auch der Anteil an Studienabsolventen an einem Jahrgang vergrößert werden. Im Unterschied zu anderen Ländern sind in Deutschland die Kompetenzen der erwachsenen Bevölkerung mit abgeschlossener Berufsausbildung, aber ohne Hochschulabschluss, sehr hoch. Beruflich qualifizierte Fachkräfte ohne Abitur sollten aus diesem Grund verstärkt für ein berufsbegleitendes Hochschulstudium in den MINT-Fächern gewonnen werden.
Die SAMSON AG aus Frankfurt am Main ist MINT-Botschafter-Unternehmen des Monats September. Das Unternehmen für Mess- und Regeltechnik erhält als drittes Unternehmen eine Auszeichnung für seine besonderen Aktivitäten in den MINT-Bereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Herzlichen Glückwunsch! Weiterlesen...