„Mathe ist mehr als
nur ein Schulfach.“
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Methodik des Instituts der deutschen Wirtschaft auf der Basis des IW-Zukunftspanel sowie der BA-Meldequote

Die MINT-Fachkräftelücke wird mithilfe einer differenzierten Berechnung ermittelt, in der Fachkräfteangebot in Form der arbeitslosen MINT-Fachkräfte und Fachkräftenachfrage in Form der offenen (noch nicht von Absolventen des Bildungssystems besetzten) MINT-Stellen gegenübergestellt werden. Die Datengrundlage bildet die Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA), welche gemeldete Stellen und Arbeitslosigkeit monatlich ausweist. Die Fachkräftelücke wird dann nach Arbeitsmarktregionen und so genannten Berufsordnungen differenziert ermittelt.

In der Klassifikation der Berufe der Bundesagentur für Arbeit werden MINT-Fachkräfte (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) in verschiedenen Berufsordnungen erfasst. Da Erwerbstätige in Mathematikerberufen eine vergleichsweise kleine Rolle spielen, werden diese gemeinsam mit Physikern erfasst und bilden mit den sonstigen Naturwissenschaftlern den MINT-Bereich Mathematik/Naturwissenschaften ab. Informatiker werden von der BA als Datenverarbeitungsfachleute geführt. Des weiteren werden von der BA hinsichtlich der technischen Berufe Ingenieure als akademisch ausgebildete Techniker auf der einen Seite und beruflich ausgebildete Techniker und Industriemeister auf der anderen Seite unterschieden. Die Berechnung der MINT-Fachkräftelücke auf Basis der Berufsordnungen bildet die begrenzte Substituierbarkeit der verschiedenen Berufe ab. So wird beispielsweise eine offene Stelle für einen Maschinenbauingenieur kaum durch eine Person mit dem Zielberuf Chemietechniker zu besetzen sein. Innerhalb der verschiedenen Berufsordnungen jedoch ist eine weitgehende Substituierbarkeit gewährleistet. Zum Beispiel liegen die typischen Tätigkeiten von Maschinen- und Fahrzeugbauingenieuren so dicht beieinander, dass sie von beiden Berufsklassen, die einer Berufsordnung zugehören, ausgeführt werden können. Die Differenzierung nach Arbeitsmarktregionen bei der Berechnung der Fachkräftelücke wird dagegen vor dem Hintergrund vorgenommen, dass auf diese Weise die regional begrenzte Mobilität der meisten Arbeitnehmer erfasst werden kann.

Die zu einem bestimmten Zeitpunkt wirksame MINT-Arbeitskräftenachfrage wird anhand der in der gesamten Volkswirtschaft zu besetzenden Stellen für MINT-Arbeitskräfte erfasst. Ein Teil dieses gesamtwirtschaftlichen Stellenpools wird in der offiziellen Arbeitsmarktstatistik in Form derjenigen offenen MINT-Stellen ausgewiesen, welche der Bundesagentur für Arbeit gemeldet werden. Um auf Basis dieses Stellenpools das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot berechnen zu können, muss berücksichtigt werden, dass der Bestand offener Stellen der Bundesagentur für Arbeit nur eine Teilmenge aller offenen Stellen repräsentiert. Laut eigenen Angaben werden der BA im Durchschnitt aller Qualifikationsgruppen 38 Prozent aller offenen Stellen des ersten Arbeitsmarktes gemeldet. Diese Meldequote sinkt jedoch erfahrungsgemäß mit der Höhe des gesuchten Qualifikationsniveaus. Insbesondere werden offene Stellen für hochqualifizierte Arbeitskräfte deutlich seltener der BA gemeldet als etwa Stellen geringqualifizierter Arbeitskräfte.

In einer Studie für Gesamtmetall hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln mittels des IW-Zukunftpanels erstmals die Einschaltquote der Bundesagentur für Arbeit an den offenen Stellen der Unternehmen empirisch erhoben. Es zeigt sich, dass die Unternehmen etwa jede siebte offene Stelle für Ingenieure der Bundesagentur für Arbeit melden (14,4 Prozent). Die Einschaltquote für Techniker liegt etwas höher, Mathematiker, Physiker und sonstige Naturwissenschaftler werden seltener über die Bundesagentur für Arbeit gesucht (siehe Tabelle 2). Befragungen von Unternehmen haben außerdem ergeben, dass diese mit anderen Rekrutierungskanälen wie Empfehlungen durch Mitarbeiter, Praktika, Kooperationen mit Hochschulen, Online-Stellenmärkte, Stellenanzeigen und Bewerbermessen bei der Suche von hochqualifizierten MINT-Fachkräften zufriedener sind.

BA-Meldequoten offener MINT-Stellen in Prozent; Quelle: IW-Zukunftspanel 2009

Die Fachkräfte in den MINT-Bereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) werden in den BA-Berufsordnungen etwas anders gruppiert, da es nur wenige Erwerbstätige in Mathematikerberufen gibt und diese zusammen mit den Physikern erfasst werden. Daher werden separat die Informatiker in der Berufsordnung der Datenverarbeitungsfachleute, die Naturwissenschaftler und Mathematiker zusammen und die Ingenieure als eine vor allem über das Hochschulsystem ausgebildete Gruppe der Techniker sowie Meister und Techniker erfasst, die über das berufliche Bildungssystem ausgebildet werden.

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