„Mathe ist mehr als
nur ein Schulfach.“
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Dialog im Kanzleramt Anja Strüning

Anja Strüning

Anja Strüning

Ich habe Ende 2012 mein Physikstudium in Marburg abgeschlossen. Nach einer anschließenden längeren Reise bin ich nach Potsdam umgezogen und bin dort nun voller Tatendrang auf Arbeitssuche. Mein Wunsch ist es im Bereich Projektmanagement zu arbeiten. Für frisch gebackene DiplomphysikerInnen ist der direkte Einstieg meist nicht möglich, sodass ich zunächst einmal Berufserfahrung sammeln werde. Ich könnte mir sowohl Arbeit im öffentlichen Dienst, z.B. im Institut für Verkehrsforschung oder Verkehrssystemtechnik der DLR, als auch in der Wirtschaft vorstellen. Langfristig stelle ich mir eine verantwortungsvolle, führende Position vor.

Das Treffen im Bundeskanzlerinnenamt war für mich eine außergewöhnliche Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin. Es war eindrucksvoll und bestärkend so viele Frauen in Führungspositionen, so viele Vorbilder zu sehen und erleben zu können und ihre Erfahrungen und Meinung zum Thema (Un)Gleichstellung von Frauen und Männern zu hören. Ich wünsche mir, dass es für Frauen in MINT-Fächern mehr Möglichkeiten gibt Vorbilder real zu erleben. Dabei ist es nicht notwendig, dass dies in einem so direkt politischen Kontext geschieht.

Es war spannend der Diskussion zu folgen und die teilweise auch verschiedenen Meinungen zu diesem Thema zu hören. Es schien mir Konsens zu sein, dass die Ursache der Ungleichbehandlung in einem gesellschaftlichen Problem gesehen wurde.

Neben den schon oft diskutierten habe ich auch ganz neue Aspekte dieser komplexen Problematik kennen gelernt. Dr. Sigrid Nikutta machte darauf aufmerksam, dass die öffentliche Diskussion über die Notwendigkeit von z.B. mehr Flexibilität im Arbeitsleben sich nur als Erfordernis für Frauen darstellt. Durch diese Herangehensweise, die einseitige Triebfeder dieser Forderung, wird ein weiteres, fundamentales Problem entlarvt: die ungleiche Aufteilung der familiären Verantwortung die auf den tief verwurzelten tradierten Rollenbildern beruht. Die Forderung nach mehr Flexibilität im Arbeitsleben müsste für Frauen UND Männer notwendig sein.

Es gab auch Beitragende, die eine solche Ungleichbehandlung in ihrer beruflichen Karriere nicht erlebt haben, die eine gute Kooperation mit den männlichen Kollegen für durchaus möglich halten, wenn frau nicht "feministische Grundsätze durchsetzten will'' . Dies würde ich persönlich aber nicht als Gleichstellung sondern als Anpassung an die gegeben, männlich dominierten Verhältnisse bezeichnen. 

Ich denke das Wichtigste an dem Treffen im Bundeskanzlerinnenamt war die politische Aufmerksamkeit auf das Thema der beruflichen Ungleichbehandlung zwischen Männern und Frauen und deren ursächlichen Problematik. Die Situation gleicher Chancen ist eben noch lange nicht erreicht.

Zu dem Thema gelernte Rollenbilder gibt es einen unglaublich sehenswerten und aufschlussreichen aber auch humorvollen Film. Eine Dokumentation von Katharina Peters über den Workshop "Man for a Day" von der Genderpionierin Diane Torr, den ich nicht nur Frauen wärmstens ans Herz legen möchte. In dem Workshop werden von den Teilnehmerinnen die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Verhaltensweisen erforscht, und erfahren wie unterschiedlich die Gesellschaft auf beide reagiert. So wird den Frauen Werkzeuge an die Hand gegeben, im Alltag und Beruf ernster genommen zu werden.

Es ist unglaublich spannend zu sehen, wie man die Teilnehmerinnen zunehmend als Männer wahrnimmt, mit nur so scheinbar kleinen Veränderungen wie z.B. "stop smiling". Unglaublich erhellend und bereichernd, für Frau und Mann, und alles dazwischen.

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